Tierhilfe Spanien e.V.
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Liebe Besucher der Tierheim Spanien - Seite!





Fassade des Tieheim Jaca


Hier stellen wir Ihnen unser 3. Projekt vor: das Tierheim Jaca.
Jaca arbeitet bereits seit Anfang 2005 mit der Arca zusammen, so dass wir uns nun zu einer Kooperation entschlossen haben, um Jaca besser unterstützen zu können. Anfang April 2005 wurden die ersten Jacahunde auf der Homepage vorgestellt. Viele Tiere konnten seitdem nach Deutschland und in die Schweiz vermittelt werden.

Das Tierheim Jaca liegt wie auch die Arca in der Province Aragon in Spanien. Es wurde 1992 gegründet um herumstreunende und ausgesetzte Hunde aufzunehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden diese einige Tage in der Tötungsstation "aufbewahrt" und wenn sich dann niemand meldete wurden die Hunde eingeschläfert. Seither wurden weit über 900 Hunde in dem Tierheim aufgenommen und von dort aus auch weitervermittelt. Ein Hund durfte sogar bis nach Nordamerika reisen.



Die Anlage von aussen.


Mit wenigen Geldmitteln, aber vielen Ideen wurde das Projekt gestartet. Die ersten Hunde schliefen unter provisorischen gebastelten Matratzendächern auf einem eingezäunten Feld. Später baute das Rathaus ein Tierheim, allerdings ohne Dach, somit gab es keinen Schutz vor Regen oder Sonne, und die Tiere mussten auf purem Beton schlafen.



Die Anlage von innen.


Der Einfallsreichtum der Freiwilligen war so gross, dass sie aus alten Munitionskisten kleine Hundehütten zimmerten. Somit waren die Hunde dann nicht mehr der Nässe und der Kälte ausgesetzt.

Nach vielen Verhandlungen mit dem Rathaus, bekam das Tierheim endlich ein Blechdach und eine Rentnerin nahm einen Kredit auf, um die Glaseinzäunung um das Tierheim zu finanzieren.



Momentan leben fast 70 Hunde in Jaca und werden immer morgens von einer Freiwilligen versorgt.

Leider gibt es bei dem Tierheim, dass ca. 3 km von Jaca entfernt liegt, kein Grundstück, damit die Hunde ihren täglichen Auslauf haben. Die 5 Freiwilligen sind froh, dass viele Leute am Wochenende kommen, vor allem auch Kinder, die mit den Hunden spazieren gehen.

Im Winter ist vielmals dass Trinkwasser für die Hunde gefroren und die Trinkeimer müssen erst aufgehackt werden damit die Hunde wieder Wasser haben, dadurch haben fast alle Hunde im Winter Angina oder Husten. Nach der Jagdsaison ist das Tierheim dann immer besonders überlastet. Viele verloren gegangene oder ausgesetzte Jagdhunde suchen Schutz und Geborgenheit. Bis vor einem Jahr gab es auch keinen Strom im Tierheim, obwohl es direkt neben einem Elektrizitätswerk liegt.

Trotz der vielen Alltagsprobleme und Problemchen (Lesen Sie dazu unseren Bericht: Wieviel Leid erträgt ein Hund?) versucht das kleine Jaca-Team immer alles optimistisch zu sehen und ist sehr engagiert. Jeder vermittelte Hund ist ein Erfolg für sie und bestätigt sie in ihrer Arbeit, diese weiterzumachen.


Wir warten alle auf ein schönes Zuhause!













Adresse des Tierheims:

Sociedad protectora de animales y plantas de Jaca "Pirineos"
Avda. Primer Viernes de mayo,  n. 3
2700 Jaca (Huesca)

Homepage: http://www.protectora-jaca.org




Ein Besuch in Jaca lohnt sich: Erfahrungsbericht von Anne Lauenroth.

Nachdem wir nun bereits zweimal das Tierheim Berga besucht hatten (2006 und 2008), wollten wir nun auch endlich einmal das andere Partnertierheim der Tierhilfe Spanien kennen lernen.

Im Frühjahr 2009 war es so weit. Im Rahmen unseres Spanienurlaubs statteten wir auch Jaca einen kurzen Besuch ab. Im Herbst sollte ich dann noch einmal für etwas länger nach Jaca zurückkehren, um "richtig" mitzuhelfen und nicht nur vorbeizuschauen.

Jaca liegt in der Provinz Huesca in Aragón am Fuße der Pyrenäen auf über 800 m Höhe. Die 12.000 Einwohnerstadt hat eine sehr angenehme, freundliche Atmosphäre, und man merkt ihr ihren im Tourismus begründeten Wohlstand an, wenn man durch die sauberen Straßen und hübsch angelegten Grünanlagen spaziert.

Von diesem Wohlstand ist im außerhalb der Stadt gelegenen Tierheim nichts zu spüren. Das Tierheim ist arm, beinahe alles ist improvisiert, und nur durch die jahrelange, leidenschaftliche Arbeit vieler Freiwilliger ist das Tierheim überhaupt auf einem funktionsfähigen Stand. Direkter Nachbar des ansonsten isoliert liegenden Tierheims ist ein Umspannwerk, welches seine Umgebung tagein tagaus mit einem unangenehm brummenden Klangteppich überzieht.

Das Tierheim selbst gliedert sich in ein leicht marodes Gebäude, in welchem die Katzen und Welpen untergebracht sind, sowie die Zwingeranlage für die erwachsenen Hunde. Hinter letzterer gibt es einen kleinen, provisorisch umzäunten Auslauf, in dem die Hunde sich während der morgendlichen Zwingersäuberung kurz die Beine vertreten können.

Das Tierheim hat zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen, welche am Vormittag die Tiere versorgen, die Zwinger reinigen, alle Hunde kurz hinaus lassen und die Tiere falls nötig mit Medikamenten versorgen. Nachmittags ist das Tierheim geschlossen. Am Wochenende helfen viele Freiwillige im Tierheim aus, gehen mit den Hunden spazieren, machen neue Bilder für die Homepage und helfen bei allem, was eben sonst noch so außer der Reihe ansteht.

Trotz des spürbar fehlenden Geldes und der notwendigen Improvisation in nahezu allen Bereichen ist Jaca kein "trauriges" Tierheim. So sind uns sofort die verhältnismäßig geräumigen Zwinger aufgefallen, in denen die Hunde in kleinen Gruppen leben. Nur wirklich unverträgliche Hunde sind allein untergebracht. Die Gruppenhaltung und vergleichsweise viel Bewegungsfreiheit im Zwinger führen dazu, dass die meisten Hunde für Tierheimhunde relativ ausgeglichen und "Psychose-frei& sind. Auf Menschen wirkt ein Tierheim wie Jaca weit schrecklicher, als es das für die dort lebenden Tiere ist, die sich nicht daran stören, dass ihre Hütten aus alten Munitionskisten gebastelt sind und nicht schön aussehen.

Das Wunderbarste in Jaca sind die Menschen dort. Wir wurden mit solcher Herzlichkeit empfangen und aufgenommen, dass wir gar nicht mehr weg wollten. Chus ist die gute Seele des Tierheims. Ohne sie, ihr niemals endendes Engagement und ihr unglaublich großes Herz würde das Tierheim nicht so funktionieren, wie es das trotz aller Mängel tut. Für Chus endet die Arbeit für die Tiere nicht nach Ende ihrer bezahlten Schicht, sie ist ununterbrochen für die im Einsatz, die sonst keine Chance hätten, päppelt Zuhause mutterlose Welpen, beschlagnahmt in Polizeibegleitung Hunde von Zigeunern aus grauenvoller Haltung, ist Stammgast bei allen Tierärzten und zahlt nicht selten aus eigener Tasche, was im Etat des Tierheims nicht mehr drin war. Die Dankbarkeit der Menschen aus Jaca gegenüber den Deutschen, die dort helfen, ist berührend. Ein adoptierter Hund ist hier keine Zahl in einer Statistik, um jeden einzelnen wird gekämpft, geweint und gejubelt. Trotz all des Elends, dass sie schon miterleben mussten - Tiere morgens tot aufzufinden, die ihr ganzes Leben im Tierheim verbracht haben, ohne jemals adoptiert zu werden, Ausbrüche von Parvovirose, die ganze Welpenfamilien dahin gerafft haben, immer wieder zu kämpfen und doch zu verlieren - all das hat die Menschen dort nicht hart und gleichgültig gemacht.
Man kann nicht aus Jaca fort fahren, ohne tief berührt zu sein von den Menschen dort, ihrer Kraft und Aufopferungsbereitschaft. Beim Abschied tat es gut zu wissen, dass wir unseren wenn auch nur kleinen Beitrag leisten, um diese Menschen dort in ihrer unersetzlichen Arbeit zu unterstützen und es ihnen zu ermöglichen, weiter zu machen, trotz aller Tiefschläge.



Bitte lesen Sie auch die Informationen über unsere anderen Tierheime: El Arca (abgeschlossenes Projekt) und Berga.





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